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Manipulationsvorwürfe gegen Arzneimittelstudien

8. Mai 2010
Von Aranita

Sind wir nur Marionetten im Spiel der Lobbyisten?

Dass man Studien der WHO nicht so ohne weiteres trauen darf, wissen wir spätestens seit der Schweinegrippe und der Passivrauchlüge. Die Manipulationen von Studien scheinen aber auch anderswo Gang und Gäbe zu sein. Diesem Thema hat sich LobbyControl angenommen. Zwar konnte sich LobbyControl selbst nicht gegen die Infiltrierung eines Lobbyisten schützen, in dem man einen Antitabaklobbyisten im Namen von LobbyControl seine Arbeit machen ließ und sich dann der Mittel der WHO bediente, in dem man einfach Begrifflichkeiten dreht und wendet bis sie passen. In diesem Fall wurde einfach behauptet, da der betreffende Lobbyist nicht direkt für Lobbyarbeit bezahlt werde sei er kein Lobbyist – ich habe darüber bereits berichtet.

Auch wenn man die Arbeit von LobbyControl aufgrund dieses Falles kritisch hinterfragen muss, so stellt der Verein doch häufig genug Lobbyismus an den Pranger. Hier also der Bericht darüber, dass von der Pharmaindustrie finanzierte Studien Arzneimitteln häufiger eine positive Wirksamkeit bescheinigen als unabhängige Studien. Der Artikel wurde bei “Mein Politblog” gefunden und ist unter einer CC Lizenz lizensiert.

Von LobbyControl | - Von der Pharmaindustrie finanzierte Studien bescheinigen Arzneimitteln häufiger eine positive Wirksamkeit als unabhängige Studien.

Zu diesem Schluss kommt eine von der Bundesärztekammer in Auftrag gegebene Untersuchung, die am 23. April 2010 im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht wurde.

Von einem Ärzteteam wurde geprüft, ob es einen Einfluss von Auftraggebern auf die wissenschaftlichen Ergebnisse von Arzneimittelstudien gibt. Nach einer Auswertung von 57 Publikationen kam die Untersuchung zum Schluss, dass durch pharmazeutische Unternehmen finanzierte Studien zur Wirkung von Medikamenten häufiger zu einem postiven Ergebnis kommen als unabhängige finanzierte Studien.

Manipulation findet oft subtil statt, etwa indem bestimmte Fragen ausgeklammert werden oder bestimmte Patientengruppen ein- bzw. ausgeschlossen werden. Teils werden unangenehme Ergebnisse verschwiegen oder für die Geldgeber positiv uminterpretiert.

Ziel vieler Auftrags-Studien ist weniger die Schaffung einer neutralen Entscheidungsgrundlage für Ärzte, sondern die Vermarktung von neuen Medikamenten.

Dabei kommt es zu einem mitunter ethisch fragwürdigen Verhalten. Wie ein Blick auf das als “Superaspirin” angepriesene Schmerzmittel Vioxx zeigt, können solche manipulativen Praktiken das Leben von Patienten gefährden.

Fünf Jahre nach seiner Einführung musste Merck, Sharp & Dohme (MSD)  das Medikament Ende 2004 vom Markt nehmen, da die Einnahme von Vioxx nach Angaben der Presse das Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Schlaganfälle oder Herzinfarkte signifikant erhöhte.

Evidenz verbogen bis sie tauglich war

Der Regensburger Forscher Prof. Dr. med. David Klemperer resümiert die Ergebnisse der Sudie (hier als pdf) im Ärzteblatt mit folgenden Worten:

“Die Arzneimittelforschung befindet sich in einer Schieflage. Die Mehrzahl der Studien wird von der Industrie finanziert. Große pharmazeutische Firmen haben in zahlreichen, durch interne Dokumente und Unterlagen gut dokumentierten Fällen die Evidenz verbogen, bis sie für das Marketing tauglich war.

Quelle: Lobby Control

Dieser Artikel ist unter einer CC Lizenz lizenziert.

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