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	<title>Kommentare zu: Die Sucht nach Entmündigung</title>
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	<description>Handle, bevor es die anderen tun</description>
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		<title>Von: private_lock</title>
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		<dc:creator>private_lock</dc:creator>
		<pubDate>Sun, 19 Sep 2010 19:14:06 +0000</pubDate>
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		<description>Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des nächsten beginnt! (Keine Ahnung, wer das zuerst gesagt hat???)

Insofern finde ich es inkorrekt eine Verbindung zwischen Freiheit und Rauchen herzustellen: Fakt ist, ein einziger Raucher reicht aus, um einen Gastraum einer Wirtschaft zu &quot;verseuchen&quot;. Traditionell musste man als Nichtraucher dann &quot;wegriechen&quot;.

Ich denke, ohne das Verbot wäre es nicht zu so einem Umschwung gekommen, dass die Mehrheitsverhältnisse, welche hier per Volksentscheid gefunden wurden, auch den Gaststätten übergestülpt wurden. Ein Gastwirt aus der Vor-Verbots-Ära hätte begründete Angst, sich als &quot;uncooler Spießer&quot; zu outen, sich in eine Reihe mit Lehrern und besorgten Muttis zu stellen und den Zeige-Finger zu heben.

Nächster Aspekt: Wenn Ihr Arbeitgeber mit einem bittersüßen Lächeln eröffnet, dass aus Kostengründen leider in Zukunft auf Lärmschutz und Staubfilter verzichtet werden muss, dann haben Sie hoffentlich eine starke Gewerkschaft, die dagegen angeht, weil als Einzelner haben Sie wirklich schlechte Karten. Aber Moment mal ... sind Aushilfskellner überhaupt in irgendeiner Gewerkschaft? In der Sklavenkaste des Gastronomiegewerbes können Sie doch nicht allen Ernstes erwarten, dass alle für ihre Meinung einstehen und sie vor ihrem Chef dem Wirt verteidigen? Wer aufmuckt hat nur noch die Freiheit zu gehen! So kann der Wirt, der finanzielle Einbußen fürchtet, vollmundig verkündigen, dass er und *alle* seine Mitarbeiter sich selbstverständlich überhaupt nicht am Rauch stören.

Stellt sich die Frage, ob es nötig ist, das Rauchen wirklich in allen Kneipen zu verbieten? Ich denke ja, ganz einfach, weil ich befürchte, dass im Zweifelsfall die Droge gewinnt und die Gastwirte neidisch auf die Nachbarn schielen und sich in einer Welle wieder gegenseitig unter Druck setzen, das vermeintliche &quot;Feature&quot; Rauchen zu ermöglichen. Wenn keiner darf, gibt es diese Konkurrenz einfach nicht.

So, die Grünen wollten also früher mal die Legalisierung von Canabis? Und im Widerspruch fordern sie jetzt Rauchverbote? Die Lösung liegt darin, dass das Rauchen an sich ja weiterhin erlaubt bleibt. Hypothetisch gesprochen wäre es doch genauso möglich, sich im privaten Kämmerlein ne Tüte zu drehen, oder? Praktischerweise sind Kiffer, die ihre Selbstkontrolle verlieren lieber nicht in der Öffentlichkeit, wo sie sich vor Kollegen und Verwandten völlig gehen lassen. Andererseits spricht dagegen, dass Canabis eine Einstiegsdroge auf dem Weg zu härteren Sachen ist. Mit einem normalen Raucher kann man immerhin noch vernünftig reden, weil er nicht irgendwann wegtritt. Insofern hoffe ich sehr, dass die Grünen inzwischen von dem Trip endgültig runter gekommen sind.

Gut, mit der Gesundheit des Einzelnen zu argumentieren ist mir auch nicht eingängig. Für mich ist Passivrauchen vor allem eine unangenehme Geruchsbelästigung. Das Krebsrisiko ist so abstrakt, dass ich es in dem Moment nicht konkret fassen kann. Was ich aber sehr wohl sehe ist der kumulative Effekt, wenn am Ende des Jahres Kassensturz bei der Krankenkasse gemacht wird. Unabhängig von den Gewinnen, die die selbst einstreichen, sind das Kosten, die mir als Nichtraucher mit auferlegt werden. Darum hinkt der Vergleich, eine angeblich teilnahmslose Mehrheit werde gegen die Minderheit ausgespielt. Ich für meinen Teil bin durchaus überzeugter Nichtraucher. Und wenn sie unterstellen, dass die anderen auch nicht für die Folgen des Rauchens zahlen wollen, haben auch sie ein begründetes Motiv sich in dem Volksentscheid zu äußern. Das sollte man nicht mit der schweigenden Masse verwechseln, welche sich gar nicht äußert. In &quot;Kein Kommentar&quot; darf man nicht nach eigenem Gutdünken etwas hinein interpretieren.

Andererseits ist es aber auch unehrlich, die Raucher via Tabaksteuer für alles mögliche andere zu melken. Offensichtlich hat dieses Instrument der Politik den Rauchern bislang nicht das Streichholz ausblasen können. Mal sehen, ob es das Rauchverbot schafft?!?

Weitere Verbote? Nein! Rauchen soll nicht in den Untergrund abgedrängt werden, sondern in kleinen &quot;Raucher-Folter-Telefonzellen&quot; öffentlich zur Schau gestellt werden. Es soll nicht heißen: &quot;Boah cool, wie der Marlboromann in den Sonnenuntergang reitet und dabei kleine Wölckchen ausstößt!&quot; Statt dessen soll es heißen: &quot;Och die armen Raucher, schlottern draußen in der Kälte und hoffen, dass es nicht regnet. Und diese Schnappatmung, wenn sie die Treppen zum 3.ten Stock wieder erklommen haben.&quot;

Die überzeugten Raucher mögen bis zum letzten Atemzug an der Kippe saugen. Das müssen sie für sich entscheiden, das ist ihre ureigene Freiheit. Aber insbesondere sollen sie nicht die Entscheidungsfreiheit der nachfolgenden Generation einschränken, indem sie als Idole vorbildhaft das Rauchen propagieren. Denn wer die Phase der Orientierungssuche im Jugend- und frühem Erwachsenen-Alter erst überstanden hat ist trotz der legalen Möglichkeit, jederzeit das Rauchen beginnen zu können, nahezu immun gegen diesen Reiz.

Alkohol? ... Neee, das Fass mach ich heute Abend nicht mehr auf *lach*

MfG
private_lock

PS: Ich habe mich gefragt, wer sich eine kostenpflichtige &quot;Feuerzeug&quot;-App auf das IPhone lädt. Aber jetzt ist alles klar: Damit kann man wunderbar Raucher foppen, wenn sie nach Feuer fragen *grins*</description>
		<content:encoded><![CDATA[<div style="background-color:#FFF0F5 !important"><p>Die Freiheit des einen endet dort, wo die Freiheit des nächsten beginnt! (Keine Ahnung, wer das zuerst gesagt hat???)</p>
<p>Insofern finde ich es inkorrekt eine Verbindung zwischen Freiheit und Rauchen herzustellen: Fakt ist, ein einziger Raucher reicht aus, um einen Gastraum einer Wirtschaft zu &#8220;verseuchen&#8221;. Traditionell musste man als Nichtraucher dann &#8220;wegriechen&#8221;.</p>
<p>Ich denke, ohne das Verbot wäre es nicht zu so einem Umschwung gekommen, dass die Mehrheitsverhältnisse, welche hier per Volksentscheid gefunden wurden, auch den Gaststätten übergestülpt wurden. Ein Gastwirt aus der Vor-Verbots-Ära hätte begründete Angst, sich als &#8220;uncooler Spießer&#8221; zu outen, sich in eine Reihe mit Lehrern und besorgten Muttis zu stellen und den Zeige-Finger zu heben.</p>
<p>Nächster Aspekt: Wenn Ihr Arbeitgeber mit einem bittersüßen Lächeln eröffnet, dass aus Kostengründen leider in Zukunft auf Lärmschutz und Staubfilter verzichtet werden muss, dann haben Sie hoffentlich eine starke Gewerkschaft, die dagegen angeht, weil als Einzelner haben Sie wirklich schlechte Karten. Aber Moment mal &#8230; sind Aushilfskellner überhaupt in irgendeiner Gewerkschaft? In der Sklavenkaste des Gastronomiegewerbes können Sie doch nicht allen Ernstes erwarten, dass alle für ihre Meinung einstehen und sie vor ihrem Chef dem Wirt verteidigen? Wer aufmuckt hat nur noch die Freiheit zu gehen! So kann der Wirt, der finanzielle Einbußen fürchtet, vollmundig verkündigen, dass er und *alle* seine Mitarbeiter sich selbstverständlich überhaupt nicht am Rauch stören.</p>
<p>Stellt sich die Frage, ob es nötig ist, das Rauchen wirklich in allen Kneipen zu verbieten? Ich denke ja, ganz einfach, weil ich befürchte, dass im Zweifelsfall die Droge gewinnt und die Gastwirte neidisch auf die Nachbarn schielen und sich in einer Welle wieder gegenseitig unter Druck setzen, das vermeintliche &#8220;Feature&#8221; Rauchen zu ermöglichen. Wenn keiner darf, gibt es diese Konkurrenz einfach nicht.</p>
<p>So, die Grünen wollten also früher mal die Legalisierung von Canabis? Und im Widerspruch fordern sie jetzt Rauchverbote? Die Lösung liegt darin, dass das Rauchen an sich ja weiterhin erlaubt bleibt. Hypothetisch gesprochen wäre es doch genauso möglich, sich im privaten Kämmerlein ne Tüte zu drehen, oder? Praktischerweise sind Kiffer, die ihre Selbstkontrolle verlieren lieber nicht in der Öffentlichkeit, wo sie sich vor Kollegen und Verwandten völlig gehen lassen. Andererseits spricht dagegen, dass Canabis eine Einstiegsdroge auf dem Weg zu härteren Sachen ist. Mit einem normalen Raucher kann man immerhin noch vernünftig reden, weil er nicht irgendwann wegtritt. Insofern hoffe ich sehr, dass die Grünen inzwischen von dem Trip endgültig runter gekommen sind.</p>
<p>Gut, mit der Gesundheit des Einzelnen zu argumentieren ist mir auch nicht eingängig. Für mich ist Passivrauchen vor allem eine unangenehme Geruchsbelästigung. Das Krebsrisiko ist so abstrakt, dass ich es in dem Moment nicht konkret fassen kann. Was ich aber sehr wohl sehe ist der kumulative Effekt, wenn am Ende des Jahres Kassensturz bei der Krankenkasse gemacht wird. Unabhängig von den Gewinnen, die die selbst einstreichen, sind das Kosten, die mir als Nichtraucher mit auferlegt werden. Darum hinkt der Vergleich, eine angeblich teilnahmslose Mehrheit werde gegen die Minderheit ausgespielt. Ich für meinen Teil bin durchaus überzeugter Nichtraucher. Und wenn sie unterstellen, dass die anderen auch nicht für die Folgen des Rauchens zahlen wollen, haben auch sie ein begründetes Motiv sich in dem Volksentscheid zu äußern. Das sollte man nicht mit der schweigenden Masse verwechseln, welche sich gar nicht äußert. In &#8220;Kein Kommentar&#8221; darf man nicht nach eigenem Gutdünken etwas hinein interpretieren.</p>
<p>Andererseits ist es aber auch unehrlich, die Raucher via Tabaksteuer für alles mögliche andere zu melken. Offensichtlich hat dieses Instrument der Politik den Rauchern bislang nicht das Streichholz ausblasen können. Mal sehen, ob es das Rauchverbot schafft?!?</p>
<p>Weitere Verbote? Nein! Rauchen soll nicht in den Untergrund abgedrängt werden, sondern in kleinen &#8220;Raucher-Folter-Telefonzellen&#8221; öffentlich zur Schau gestellt werden. Es soll nicht heißen: &#8220;Boah cool, wie der Marlboromann in den Sonnenuntergang reitet und dabei kleine Wölckchen ausstößt!&#8221; Statt dessen soll es heißen: &#8220;Och die armen Raucher, schlottern draußen in der Kälte und hoffen, dass es nicht regnet. Und diese Schnappatmung, wenn sie die Treppen zum 3.ten Stock wieder erklommen haben.&#8221;</p>
<p>Die überzeugten Raucher mögen bis zum letzten Atemzug an der Kippe saugen. Das müssen sie für sich entscheiden, das ist ihre ureigene Freiheit. Aber insbesondere sollen sie nicht die Entscheidungsfreiheit der nachfolgenden Generation einschränken, indem sie als Idole vorbildhaft das Rauchen propagieren. Denn wer die Phase der Orientierungssuche im Jugend- und frühem Erwachsenen-Alter erst überstanden hat ist trotz der legalen Möglichkeit, jederzeit das Rauchen beginnen zu können, nahezu immun gegen diesen Reiz.</p>
<p>Alkohol? &#8230; Neee, das Fass mach ich heute Abend nicht mehr auf *lach*</p>
<p>MfG<br />
private_lock</p>
<p>PS: Ich habe mich gefragt, wer sich eine kostenpflichtige &#8220;Feuerzeug&#8221;-App auf das IPhone lädt. Aber jetzt ist alles klar: Damit kann man wunderbar Raucher foppen, wenn sie nach Feuer fragen *grins*</p>
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