Baden-Württemberg prescht in Sachen Verbotswahn wieder einmal vor. Seit heute gibt es erstmals in der Bundesrepublik Deutschland ein teilweises Verkaufsverbot für Alkohol. Zwischen 22:00 Uhr und 5:00 Uhr darf im “Ländle” an Tankstellen, Kiosken und Supermärkten kein Alkohol mehr verkauft werden. Als Grund hat man den “Jugendschutz” an den Haaren herbeigezogen. Man wolle, so die Politiker, die “Trinkgelage von Jugendlichen” eindämmen.
Baden-Württemberg war auch das erste Land, welches ein Rauchverbot eingeführt hat. Jetzt soll es also langsam aber sicher auch dem Alkohol an den Kragen gehen. Vorne dabei sind natürlich wieder die Grünen, denen das derzeitige Verbot nicht weit genug geht. Kai Gehring von den Grünen echauffierte sich, dass das Verbot nicht weit genug gehe. “Wir brauchen Mindestbußgelder, um Verstöße gegen den Jugendschutz schärfer zu sanktionieren. Wer Alkohol an Jugendliche verkauft, muss endlich mit spürbaren Konsequenzen rechnen”, so der Politiker. Scheinbar versteht er nicht ganz, dass es für Jugendliche bereits ein Alkoholverbot gibt und dass dieses Verbot die Erwachsenen trifft.
Innenminister Heribert Rech (CDU) begründete das Verbot mit den markigen Worten: “Wir müssen den nächtlichen Alkoholgelagen und damit der Aggression und Gewalt ein Ende setzen.” Etwas realistischer reagierte die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans (FDP), die im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin Sabine Bätzing über weitaus mehr Sachverstand zu verfügen scheint. Sie äußerte die Befürchtung, dass sich Jugendliche dann eben vor dem Verbotszeitraum mit Alkohol eindecken würden.
Deutschland entwickelt sich immer mehr zu einem Verbotsstaat. Erstaunlich, dass die Menschen sich diesen Unsinn so einfach gefallen lassen. Mehrere Tankstellenpächter hatten schon angekündigt, wegen des Verbotes Stellen streichen zu müssen. Der Verband für Kfz-Gewerbe im Südwesten befürchtet ebenfalls einen starken Abbau von Jobs in der Tankstellenbranche. “Im schlechtesten Fall werden es 1500 werden”, schätzt der Vize-Geschäftsführer des Verbands, Carsten Beuß.
Übrigens: In einer Umfrage der “Welt” sprachen sich 66 Prozent der Befragten gegen ein bundesweites nächtliches Verkaufsverbot von Alkohol aus.
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