Ein Buch über das Internet? Viele denken sich nun vielleicht, da gibts doch schon genug. Anleitungen sowohl für Einsteiger als auch für Profis, Technisches, Geschichtliches, Warnendes, Erschreckendes und Euphorisches. Aus dieser Masse an zum Teil sicher interessanten Büchern aber ragt ein Buch hervor: World Wide Was? von Sebastian von Bomhard und anderen. Das Buch trägt den Untertitel “Anekdoten und Skurrilitäten aus der Pionierzeit des deutschen Internet”.
Sebastian von Bomhard ist Geschäftsführer und Gründer von SpaceNet, einem Fullservice-Internetprovider. Anlässlich des 15-jährigen Geburtstages der Firma im letzten Jahr hatte von Bomhard die Idee, ein Buch über die Anfangszeiten des Internets heraus zu bringen. Er sprach mit Kollegen, Mitbewerbern, Freunden und Kunden und herausgekommen ist ein Buch, welches eine wunderbare Sammlung von Erfahrungen, Eindrücken und Erinnerungen an eine Zeit ist, in der Aufbruchstimmung herrschte. Als das Internet noch nicht kommerzialisiert war, als noch nicht die Mehrzahl der Mails Werbung für Viagra, blutjunge Teenies oder Penisverlängerungen war, sondern tatsächlich elektronische Briefe von Freunden und Bekannten aus aller Welt.
Einer Zeit, in dem es den Begriff “Internetsucht” noch nicht gab und nicht irgendwelche Betrüger versuchten, Kontos leerzuräumen. Wo es keine Diskussionen über Netzsperren und Zensur gab und man den “Bundestrojaner” für einen Nachahmer Günter Wallraffs hielt, der sich als Mitarbeiter bei einem Politiker einschleichen wollte und nicht für den Überwachungswahn Wolfgang Schäubles und seiner Politiker-Kollegen.
Wer, wie ich, die Pionierzeiten der Vernetzung hautnah miterlebt hat, für den ist “World Wide Was?” eine Quelle an Erinnerungen. Wer nicht selbst dabei war, der sollte sich das Buch erst recht durchlesen und somit vielleicht etwas von der Aufbruchsstimmung mitbekommen, die in diesen Jahren geherrscht hat.
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