Scheinbar hat der Politiker an sich ein Gen in sich, das nur selten bei anderen Menschen zum Ausbruch kommt: Das Verbotswahn-Gen. Man könnte fast glauben, dass Politiker den ganzen Tag nichts anderes machen als sich den Kopf zu zerbrechen, was sie denn als nächstes verbieten können. So ist es fast kein Wunder, dass nach den Tabakprodukten nun die Süßigkeiten angegangen werden.
Bereits im letzten Jahr wagte die Grünen-Politikerin Bärbel Höhn, die ja selbst nicht gerade ein Vorbild an Schlankheit ist, einen ersten Vorstoß. Sie forderte ein Werbeverbot für Süßigkeiten im Fernsehen, weil es zu viele übergewichtige Kinder gäbe. Nachdem das Werbeverbot für Tabakwaren den Boden bereiten konnte für die Rauchverbote, glaubte Höhn wohl daran, dass dies bei Süßigkeiten genauso funktionieren würde. Als Beispiel führte sie Großbritannien an, wo vor 20 Uhr ein Werbeverbot für Süßigkeiten eingeführt sei. So ganz nach dem Motto “Woanders funktioniert es ja auch”.
Auch Höhns Kollegin, Renate Künast, trompetete in das selbe Horn. In einem Interview mit RP-Online sagte sie: “Das aggressive Werbegeschäft gegenüber Kindern bis zum 12. Lebensjahr gehört auch verboten. Lebensmittelwerbung, die ja meist Süßigkeiten-Werbung ist, hat im Umfeld von Kindersendungen nichts zu suchen. Da brauchen wir ein Verbot.”
Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) bezeichnete Künasts Verbotsforderungen als “reinen Populismus. Es ist ein Irrweg zu glauben, man könnte über Steuern oder Verbote einen Bewusstseinswandel bei der Ernährung erreichen.” Aber auch Aigner geht nun auf die Süßigkeiten los. Sie forderte, dass die Supermärkte die Süßigkeiten von den Kassen entfernen sollten. Und sie hat auch schon eine Idee, was statt dessen dort aufgebaut werden soll: “Die Supermärkte sollten statt Süßigkeiten lieber eine appetitliche Portion Obst an ihre Kassen stellen”. Zwar räumte Aigner ein, dass dies nur ein Appell sei und (noch?) kein Verbot, aber wir wissen alle, wie es bei den Rauchverboten anfing: Mit Appellen. Man behauptet später einfach, die Appelle hätten nichts gefruchtet und man müsse nun, natürlich nur zu unserem Besten, weitere Verbote erlassen.
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Ich halte es für eine grosse Chance für Lebensmittelhändler, wenn sie keine Süssigkeiten an der Kasse aufbauen:
Die Kinder lassen kein Geschrei los: “Mami, Mammi, darf ich…..” bis die Mutter entnervt nachgibt (und der Händler ein paar Cents verdient hat)
In so einem Landen würden viele Mütter mit Kindern einkaufen, weil es kein Geschrei ihrer Kinder gibt.
Nicht der Staat schreibt vor, der Händler sieht seine Chance.
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