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Die Aggression der Fanatiker

25. Februar 2010
Von Aranita

Menschenverachtender Hass breitet sich immer mehr aus

Fanatiker sind gefährlich, egal welcher Partei, Religion oder Gesinnung sie angehören. Ihr Hass gegen Andersdenkende kennt weder Maß noch Grenzen und äußert sich immer mehr in einer Eskalation von Gewalt.

Erstes Beispiel: Neonazis. Dieses Jahr erlitten die etwa 6.000 Neonazis bei ihrem jährlichen Aufmarsch in Dresden, der seit 1998 stattfindet, ein Fiasko. Etwa doppelt so viele Neonazi-Gegner konnten durch Sitzblockaden den geplanten Aufmarsch erfolgreich verhindern. Seither brodelt es im Internet. Einschlägige Webseiten der Neonazis sind voll von hasserfüllten Kommentaren, auch auch auf den Webauftritten der Gegner wird in Kommentaren oder Foren versucht, den Hass gegen Andersdenkende zu verbreiten.

Allerdings macht dieser Hass nicht im Internet halt. Wie die Berliner “Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes” berichtete, erhielten bekennende Neonazi-Gegner Drohbriefe eines “Kommando 13. Februar”, die den Text “Dein Leben interessiert uns brennend!”. Den Briefen lag außerdem ein Streichholz bei. Die Briefe wurden nicht mit der Post verschickt, sondern wahrscheinlich von Sympathisanten verteilt. Momentan gibt es Betroffene dieser Aktion nur in Berlin.

Zweites Beispiel: Militante Antiraucher. Auch wenn diese Fanatiker momentan fast nur im Internet agieren, zeigen ihre Aktionen erschreckende Parallelen zu den Neonazis. Eigene Foren sowie Webauftritte und Gruppen von Rauchverbotsgegnern werden mit Hass, Beleidigungen und Verleumdungen bombadiert. Aber auch hier beginnt es langsam, dass sich der Hass vom Internet auch in das wirkliche Leben verlagert. Wie der Newsdienst “Rauchen-Bayern” berichtete, schlugen in Illertissen (Kreis Neu-Ulm) militante Antiraucher einen rauchenden Menschen krankenhausreif, weil dieser mit einer angezündeten Zigarette ein Nichtraucherlokal betreten hatte. In Uganda wurde ein Mensch wegen eines ähnlichen “Vergehens” sogar gelyncht.

In Facebook-Gruppen, die sich gegen totale Rauchverbote aussprechen, spammen militante Antiraucher regelmäßig Hetzschriften und Stigmatisierungen. Die Fairness der Rauchverbotsgegner, die in den meisten Fällen auf Dialog statt Konfrontation setzen, wird dabei massiv ausgenutzt. Ähnlich ergeht es Webauftritten, die die Lügen der Antitabaklobby entlarven oder einfach über das Thema berichten wie Netzwerk Rauchen, Sackstark, Raucherbewegung.eu oder Rauchen-Bayern. Drohmails gegen das Leben und die Gesundheit der Betreiber sind mittlerweile fast an der Tagesordnung. Ebenso die völlig aus der Luft gegriffene Behauptung, die Aktivisten würden von der “Tabakmafia” finanziert werden.

Beliebt sind allerdings auch anonyme Angriffe und Verleumdungen, teilweise sogar gegen völlig Unbeteiligte wie Familienangehörige oder Arbeitskollegen. So wurde die Ehefrau eines Aktivisten gegen totale Rauchverbote an ihrer Arbeitsstätte verleumdet und behauptet, ihr Mann würde sie in “erschreckender Weise im Internet zur Schau stellen”. Damit sei sie eine Schande für den entsprechenden Arbeitgeber und in ihrem Job untragbar.

Ein Verein, der nur sekundär mit Rauchverboten zu tun hat, wurde mit Hassmails an Partner dieses Vereines verunglimpft. Häufig wird auf Hetzblogs verwiesen, die in Ländern gehostet werden, wo keine Impressumspflicht besteht. Hier können die Fanatiker mehr oder weniger ungestraft ihre Lügen und ihren Hass verbreiten. Ein Antiraucher-Forum beschäftigt sich fast ausschließlich damit, Aktivisten gegen Verbote zu verleumden und zu beleidigen.

In Antiraucher-Organisationen wird offen zu Hass gegen rauchende Menschen aufgerufen. So wird ein Vorstandsmitlied einer Antirauchergruppe mit folgenden Worten zitiert: “Wenn jemand in meiner Anwesenheit in einem normalen Restaurant nochmal eine Zigarette anzündet, dann garantiere ich für gar nichts mehr. Dann gibt es Krieg. Derjenige kann dann froh sein, wenn ich ihm nur Wein ins Gesicht schütte.” Im selben Forum wurde dazu aufgerufen, Online-Umfragen zu manipulieren, um den Eindruck zu erwecken, die Befürworter totaler Rauchverbote seien in der Überzahl.

Selbstverständlich wäre es vergebene Liebesmüh, von Fanatikern so etwas wie Toleranz zu erwarten. Der Hass, der sich aber immer häufiger gegen Andersdenkende Luft verschafft, wird immer erschreckender. Der parareligiöse Fanatismus, den manche an den Tag legen, offenbart die dunkelsten Seiten des Mensch-Seins. Und unsere Politiker? Bei manchen hat man den Eindruck, dass dieser Hass fast noch geschürt wird. Andere versprechen zwar “durchzugreifen” aber es passiert noch viel zu wenig.

Es ist an der Zeit, dass sich diejenigen, die sich gegen Hass und Verbotswahn aussprechen, zusammentun und Front machen gegen Intoleranz, Hetze und Fanatismus. Und zwar völlig egal, von wem dieser Hass ausgeht. Denn lässt man diese Fanatiker gewähren, wird man über kurz oder lang keine Möglichkeit mehr haben sich zu wehren.

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