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Bye, bye europäisches DAoC!

16. Januar 2010
Von Aranita

Dark Age of Camelot

DAoC, Dark Age of Camelot, ist ein MMORPG, also ein “massive Multiplayer Online Roleplaying Game”. Tausende von Spielern tummeln sich dabei in einer virtuellen Welt herum, töten Monster, finden Schätze und kämpfen gegen andere Spieler. Nach acht Jahren geht es nun zumindest teilweise zu Ende mit DAoC. Der europäische Publisher GOA und der amerikanische Entwickler Mythic verlängern ihren Vertrag nicht weiter. Zwar wird DAoC in Europa nicht sterben, aber wie die Zukunft aussieht, steht derzeit noch in den Sternen. Gelegenheit, einmal ein paar mehr oder weniger sentimentale Erinnerungen an dieses Spiel zu verfassen.

Wieviele Jahre ich DAoC schon spiele, weiß ich gar nicht mehr genau, es ist auf

Zauberin auf ihrem Pferd

jeden Fall eine lange Zeit. Ich habe so gut wie alle Onlinespiele ausprobiert, aber keines hat auch nur annähernd diesen Spielspaß gehabt wie DAoC. WoW – installiert, gestartet, gelacht, gelöscht. Herr der Ringe Online – ein paar Monate gespielt, dann wurde es langweilig. Guild Wars – eine kurze Zeit Spaß gehabt, dann das Abo gekündigt. Lediglich Age of Conan spielte ich etwas länger, was wohl an der faszinierenden Grafik lag. Das einzige dieser Spiele außer DAoC, wo ich ab und wieder hineinschaue, ist Warhammer Online.

Paladin vor seinem Haus

Doch was macht nun DAoC so besonders im Vergleich zu anderen und neueren Spielen? Die Oberfläche ist kaum mehr zeitgemäß. Die Spielerzahlen sind, zumindest in Europa, für ein MMORPG recht niedrig. Die Quests hat man so gut wie alle durch. Was macht DAoC nun so einzigartig? Es ist das sogenannte “RvR”, Realm versus Realm, also Reich gegen Reich. Im Gegensatz zu allen anderen MMORPGs kämpfen in diesem Spiel drei Reiche gegeneinander. Nicht zwei Reiche, nicht faire gleichstarke Gruppen in Instanzen, sondern drei Reiche in einem riesengroßen Gebiet, den sogenannten “Frontiers”, also Grenzgebieten.

Jedes Reich hat sieben Burgen mit jeweils vier Türmen, die von den Feinden

Auf dem Kriegsschiff unterwegs

erobert werden können. Wenn ein feindliches Reich bei vier bestimmten Burgen die Burg und die vier dazugehörigen Türme besitzt, kann es direkt in diese Burg porten und muss nicht wie sonst, eine lange Reise mit dem Schiff ins feindliche Reich unternehmen.

Im Gegensatz zu den meisten anderen MMORPGs hat jedes Reich unterschiedliche Rassen und Klassen. Einen Paladin gibt es nur in Albion. Einen Animisten nur in Hibernia und einen Troll nur in Midgard. Dieses Spielkonzept fordert vom Entwickler ein großes Maß an “Balancing”, damit keines der drei Reiche benachteiligt ist. Im Laufe der Jahre wurde viel an diesem “Balancing” verändert und die meisten Veränderungen wirkten sich massiv auf das Spielgeschehen aus.

Kundschafter

Nun ist auch in DAoC nicht alles eitel Sonnenschein. Denn DAoC spielen ja Menschen, und die einzige Gemeinsamkeit, die diese Menschen haben, ist die Freude am Spiel. Ich habe jedoch in DAoC noch niemals diese pausenlosen Streitereien erlebt wie in anderen Spielen – extrem habe ich das bei WoW erlebt und bei Guild Wars. DAoC aber hat eine relativ stabile Gemeinschaft, auch wenn unterschiedliche Arten, an dieses Spiel heranzugehen, oftmals für Zwistigkeiten sorgen. Da gibt es die “Durchschnittsspieler”, die am liebsten ein paar Stunden Spaß und Entspannung suchen. Dann gibt es die “Hardcorespieler”, die DAoC als eine Art Sportspiel sehen und die ihren Spielspaß ausschließlich aus dem Gewinnen ziehen. Aber – und das ist das Schöne an DAoC – die verschiedenen Spielarten sind möglich, auch wenn schlussendlich dann doch der Stärkere gewinnt.

Der Ketzer

DAoC wird in Europa nicht zu Ende gehen, nur weil der Publisher wechselt. Vielleicht wird es keine deutsche Version mehr geben, vielleicht werden die europäischen Server mit den amerikanischen Servern zusammengelegt – all das wird man bis zum Ende des Monats erfahren. DAoC wird aber, so lange die Server offen sind, für mich immer ein netter und liebgewonnener Zeitvertreib bleiben. Etwas, was bisher noch kein anderes Spiel geschafft hat.

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